Studentenhistorikertagung in Wien, 15.-17.10.2021

PROGRAMM
der 9. gemeinsamen, zugleich 23. österreichischen, 81. deutschen, und 27. schweizerischen
STUDENTENHISTORIKERTAGUNG in Wien

Freitag 15.10.2021

18.30 h c.t. Begrüßungsabend
mit Aufführung der Bieroper „Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“ im Rittersaal des Gasthaus-Restaurants Martinschlössel, 18., Martinstraße 18 (am besten erreichbar mit der Straßenbahn 43 ab Ring / Universität, Richtung Neuwaldegg, Station Alser Straße / Gürtel, oder U 6, Station Alser Straße)

Samstag 16.10.2021

Tagungsort: alte Universität / Jesuitenkolleg, Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1
(am besten erreichbar mit der U3, Station Stubentor, Ausgang Wollzeile)
Eingang in der Ecke des Platzes unmittelbar rechts neben der Universitätskirche

9.30 h c.t. Begrüßung und Eröffnung

  • Mag. Martin Haidinger, MKV: Unseren Haß könnt ihr haben! – Die farbentragende Gesellschaft und ihre Feinde
  • Dr. Gerhard Habl, ÖCV / Prof. Raimund Lang, MKV: Studentische Kryptogrammatik in sieben Sätzen: Gerhard Habls Quintett von 2014

Mittagessen im Restaurant Inigo, Dr.-Ignaz-Seipel-Platz / Bäckerstraße 18

  • Prof. Dr. Roland Gehrke, CC: Theodor Körner als Korporierter und «Kriegssänger» – Zur Rezeptionsgeschichte einer umstrittenen Persönlichkeit
  • Dr. Gerhart Berger, B!: Krach, Krakeele und Krawall – Studentenunruhen in Heidelberg von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert 
  • Dr.med.vet. Jürg Eitel, SchwStV: Veterinäre als Couleurstudenten – Die gesellschaftliche Stellung der Schweizer Tierärzte am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts
  • lic.utr.iur. Peter Johannes Weber, SchwStV, CV, KV: Zur Tradition des Kaiserkommerses in Österreich

ab 18.00 h c.t. Ausklang beim Heurigen Maly, Sandgasse 8, Hauerstüberl (1. Stock)
für Unterhaltung sorgen die „16er Buam“
am besten erreichbar mit der Straßenbahn 38 ab Ring / Universität, bis zur Endstation Grinzing, von dort die Straße leicht bergab, man sieht gleich den Namen Maly

Sonntag 17.10.2021

Führung durch das ehemalige Universitätsviertel
Treffpunkt 10.00 h, plen.col.

Zum Zeitpunkt der Tagung allenfalls geltende Vorschriften sind zu beachten!

Kontakt: oevfstg@aon.at

Weitere Informationen:

Am Begrüßungsabend wird die Bieroper „Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“ aufgeführt, die endlich die ganze Wahrheit aufdeckt. Während der Bieropern-Aufführung kann auch gegessen und getrunken werden, und auf Zuruf werden Szenen wiederholt!

Die Universität Wien wurde 1365 von Rudolf II. gegründet, der es seinem Schwiegervater Karl IV. (Prag 1348) gleichtun wollte. Sie ist heute die älteste Universität des deutschen Sprachraumes.

Der Hauptteil unserer Tagung findet diesmal auf eben diesem historischem Boden statt, im alten Universitätsviertel. Dessen Zentrum ist der Dr.-Ignaz-Seipel-Platz, (seit 1949 so benannt, vorher Jesuiten- und nach der Ordensaufhebung Universitätsplatz). Seipel (1876-1932) war Priester und Universitätsprofessor, vor allem aber in der 1. Republik Politiker, Minister und Bundeskanzler und Ehrenmitglied mehrerer kath. Korporationen. Steht man vor dem Restaurant „Inigo“ (wo wir auch zu Mittag essen werden), so sehen die gegenüberliegenden drei Seiten des Platzes seit 300 Jahren unverändert aus. Als Gegenleistung für die Übergabe der theol. und der phil. Fakultät der Universität an den Jesuitenorden durch Ferdinand II. 1623 übernahm der Orden den Bau eines neuen Universitätsgebäudes und einer Universitätskirche. Rund um den Platz wurden zahlreiche schon früher Universitätszwecken gewidmete und weitere zugekaufte Gebäude abgerissen und es entstand ein neues Ensemble. Zu linker Hand wurden die schola philosophica und die Universitätsbibliothek errichtet, 1753 mußten sie dem prächtigen Barockbau der „Neuen Aula“ weichen. Hier hatte bei der Revolution 1848 die Akademischen Legion ihr Hauptquartier. Seit 1857 ist das Gebäude Sitz der Akademie der Wissenschaften, nur der Festsaal wurde weiter von der Universität benützt. z.B. für Promotionen. Seit 1884, dem Bezug des neuen Gebäudes am Ring, wird es Alte Universität genannt. Die Stirnseite des Platzes nimmt die 1631 eingeweihte Jesuiten-= Universitätskirche ein, errichtet an Stelle einer Kapelle und einer Burse. Sie erhielt ihre heutige Gestalt 1703-07 und ist besonders durch ihre Scheinarchitektur im Inneren bekannt. Hier fand auch am 17.3.1848 die große Leichenfeier für die 15 Gefallenen der Akademischen Legion statt. Zur rechten Hand steht, unmittelbar an die Kirche anschließend, das ab 1622 errichtete Jesuitenkollegium. Es beherbergte bis 1866 auch das Akademische Gymnasium. Franz Schubert war hier Schüler. In einem Trakt dieses weitläufigen Gebäudes findet auch unsere Tagung statt. Der Eingang dazu ist genau rechts in der Ecke neben der Kirche.

Ein Heuriger als Wiener Spezialität steht als Ausklang am Ende der Tagung. Kaiser Josef II gestattete den Weinbauern ihre Produkte ohne Gasthauskonzession in rustikaler Atmosphäre zu verkaufen, seit dem Biedermeier oft auch mit Musik und Gesang. In und um Wien gibt es zahlreiche Heurigenorte. Auch uns wird ein Ensemble sowohl mit wienerischen als auch studentischen Weisen unterhalten.

Für länger in Wien verweilende Teilnehmer und auch „Eingeborene“ bieten wir am Sonntag noch eine Führung durch das alte Universitätsviertel an.