Neues aus der Sammlungs- und Ausstellungskommission

Jubiläums-App zu 25 Jahre Museen im Kanton Bern (mmBE)

Seit 2020 ist die SVSt, mit Sitz in Bern, mit ihrer einmaligen Sammlung an couleurstudentischen Ausstellungsstücken Mitglied im Verein der Museen im Kanton Bern (mmBE), welcher seit 2001 besteht und grosse und kleinere Ausstellungshäuser und Sammlungen vereint, so dass alle vom jeweiligen Knowhow der anderen profitieren können. Zum Beispiel haben kürzlich Vorstandsmitglieder der SVSt am kostenlosen Workshop-Angebot der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG zur Provenienzforschung für kleine und mittlere Museen teilgenommen, welches durch mmBE vermittelt wurde.

Zu seinem 25-Jahr-Jubiläum schenkt mmBE nun seinen Mitgliedermuseen und -sammlungen einen gemeinsamen zweisprachigen Audioguide (Deutsch – Französisch). In Ergänzung zur mmBE-Website und zum Museumsführer im Taschenformat lädt die App, welche Ende April, anlässlich der Jahresversammlung von mmBE in Neuenstadt online gegangen ist, Kulturinteressierte zum kurzweiligen Entdecken und Eintauchen in die zahlreichen, manchmal auch unbekannteren Museen und Sammlungen im Kanton Bern und ihre Sammlungen ein.

Auch wenn die Sammlung der SVSt kein eigentliches Museum mit fixen Öffnungszeiten ist, sind wir dennoch eingeladen worden, unsere Sammlung und wenigstens ein Objekt einer breiteren Öffentlichkeit näher vorzustellen. Peter Johannes Weber v/o Pizza und Cristian Consuegra v/o Iker haben sich, in Rücksprache mit mir als dem Sammlungsverantwortlichen, entschieden, als Gegenstand ein Becherset mit Krug des Altherrenschiessens des Gesangsvereins Technikum Burgdorf (GVTB), aus der Zeit 1951 – 58, das aus der Sammlung Robert Develey v/o Dream-it übernommen werden konnte, näher vorzustellen.

Auch für Nicht-Berner wird sich ein Blick in die App sicher lohnen.

Es ist geplant, dass mit der Zeit auch noch weitere Ausstellungsstücke aus unserer Sammlung in der App präsentiert werden könnten.

Autor: Johannes Zimmermann v/o CREDO

P.S. Couleurstudentische Gegenstände aus Museen und Sammlungen können übrigens – ausserhalb der SAK der SVSt – unter anderem auch folgenden Seiten gefunden werden:

Swiss Couleur Day 2026

Der Swiss Couleur Day 2026 vom 18. März stand einmal mehr ganz im Zeichen der Sichtbarkeit und Verbundenheit des schweizerischen Corporationswesens. Der Anlass wird von der Schweizerische Vereinigung für Studentengeschichte getragen und mobilisierte auch dieses Jahr landesweit zahlreiche Couleurikerinnen und Couleuriker, ihre Farben im Alltag zu tragen und damit Präsenz zu zeigen – sei es an Hochschulen, Gymnasien oder am Arbeitsplatz.

Neben dem individuellen Farbentragen fanden zahlreiche regional organisierte Anlässe statt. Bereits tagsüber trafen sich Studierende vieler Verbindungen zu gemeinsamen Mittagessen in den Uni-Mensen. Am Abend folgten in der ganzen Schweiz Veranstaltungen wie Kommerse, Vorträge und Stämme. Aktivitäten wurden unter anderem in Basel, Bern, Biel, Chur, Engelberg, Genf, Luzern, Olten sowie Zürich durchgeführt. Diese boten Gelegenheit zum Austausch innerhalb der eigenen Verbindung ebenso wie zu Begegnungen über Verbindungsgrenzen hinweg.

Ein besonderer gemeinsamer Moment verband die Teilnehmenden über alle Regionen hinweg, als um Punkt 21.00 Uhr traditionsgemäss das «Gaudeamus Igitur» angestropht wurde.

Nach diesem gelungenen Tag blicken wir auf viele Begegnungen zurück und freuen uns bereits auf den Swiss Couleur Day 2027. Für Rückmeldungen, Fragen sowie Ideen und Anregungen steht euch die WeKo jederzeit gerne zur Verfügung. Kontakt: aktuar [at] svst [dot] ch.

Julia Heuberger v/o Montanara

Industria Winterthur

Der kleine Bestand der Industria Winterthur (Umfang: 0,5 Laufmeter) wurde am 17. Februar 2026 dem Stadtarchiv Winterthur unter der Leitung von Marlies Betschart v/o Zia (GV Subsilvania und AV Goten) zur fachgerechten und dauerhaften Verwahrung übergeben. Zuvor hatten Cristian Consuegra v/o Iker (Berner Singstudenten) und Markus Meier v/o Sci-fi-can (Zofnigia Bern) diesen nach archivischen Standards erschlossen.

Der Bestand umfasst unter anderem:

  • nahezu lückenlose Zirkulare und GV-Protokolle von 1908 bis 2011,
  • illustre Stammbücher,
  • Porträtaufnahmen von Einzel- und Gruppenfotos

Die Quellen bieten wertvolle Einblicke in die Geschichte der Abstinenzverbindung, in die studentische Kultur- und Vereinsgeschichte sowie in die lokale Winterthurer Gesellschaft des 20. Jahrhunderts. Zur Geschichte:

Die Industria Vitodurensis wurde am 3. März 1893 in Winterthur von Walter Fitz, Friedrich Leuzinger und Fritz Aeschmann gegründet und kurz darauf offiziell am Technikum Winterthur anerkannt. Bereits im Jahr 1904 gründete O. Schneebeli die Alt-Industria, die fortan eine tragende Rolle bei der Unterstützung der Aktivitas einnahm. Im Jahr 1905 trat die Verbindung dem Stadtverband der Abstinenten bei und bekannte sich ausdrücklich zu ihrem abstinenten Charakter. Ihr deklariertes Ziel war es, die Abstinenzbewegung zu fördern und die Mitglieder durch Vorträge und Diskussionen zu weltoffenen und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten heranzubilden. Die Industria beteiligte sich aktiv am kulturellen Leben Winterthurs, beispielsweise durch die Mitwirkung ihrer Mitglieder bei Symphoniekonzerten und in Gesangsvereinen. Auch das Fechtwesen gewann zeitweise an Bedeutung. Im Jahr 2008 beschloss die Verbindung schliesslich aufgrund anhaltenden Mitgliedermangels ihre Auflösung. (Quelle: Festschrift 50 Jahre Industria Winterthur).

Durch die Übergabe wird die zukünftige wissenschaftliche Nutzbarkeit gewährleistet, da die Unterlagen öffentlich zugänglich gemacht werden. Für Auskünfte zur Benutzung wenden Sie sich bitte direkt an das Stadtarchiv. Dort können Sie auch die Benutzerordnung einsehen. Durch die Übergabe bleibt die Geschichte der Industria Winterthur für kommende Generation von Forschenden und Interessierten gesichert und zugänglich.

Autor: Cristian Consuegra v/o Iker

Helveticus versendet

So trafen sich am 21.02.2026 mehrere Vorstandsmitglieder unter der Leitung von Carlo Nussbaumer v/o Paroli (Burgundia) im Depot in Luzern, um gemeinsam den Helveticus zu versenden. Die Stadt schien sich gerade von der Fasnachtswoche erholt zu haben, selten war es in den Gassen so ruhig wie an diesem Morgen. Was zunächst wie eine routinierte Versandaktion aussah, entwickelte sich rasch zu einer logistischen Herausforderung. Nach dem Verpacken und Etikettieren stellte sich heraus, dass kleine Postagenturen keinen Massenversand entgegennehmen. Es folgte ein unerwartetes Hin und Her, bis schliesslich der gesamte Versand zur Postfiliale beim Bahnhof Luzern gebracht werden konnte. Trotz des organisatorischen Mehraufwands blieb die Stimmung mit viel Stirnrunzeln und halbpatzigen Gelächtern bestens.

Der Versand ist nun erfolgt. Der Helveticus sollte demnächst unseren Corporationsmitgliedern in ihren Briefkästen eintreffen. Bei Fragen oder Meldungen, dürft ihr gerne dem Vorstand kontaktieren. Bei Bedarf können zusätzliche Exemplare direkt beim Vorstand erworben werden.

Autor: Cristian Consuegra v/o Iker

Archivratgeber

Nur in einem systematischen Archiv kann man nachvollziehen, was die Absicht bei der Gründung war, welche Diskussionen in den folgenden Jahren geführt wurden, welche Werte vertreten oder wieder verworfen wurden, warum Mitglieder ein- oder austraten, wie Feste gefeiert wurden und was sonst noch Interessantes passierte. Deshalb ist es wichtig, dass das Verbindungsarchiv vollständig, sauber, systematisch und mit Elan geführt wird. Aus diesen Gründen ist dieser Ratgeber entstanden, der die Corporationen darin unterstützen soll.

Archivratgeber

DeC Nr. 36: Darstellung der freischlagenden Verbindungen der Schweiz

Viele neue Facetten zu den freischlagenden Verbindungen (Christian Brändli)
Neuauflagen eines Werkes bringen meist nicht viel mehr als kleine Retouchen gegenüber dem Ursprungswerk. Ganz anders verhält es sich mit der zweiten Auflage der „Darstellung der freischlagenden Corporationen der Schweiz“. Sogar der Titel hat eine Auffrischung erhalten, statt von „Corporationen“ sprechen die beiden Autoren Peter Platzer und Thomas Keller nun von „Verbindungen“. Die 42 Jahre seit dem Erscheinen der ersten Auflage haben die beiden genutzt, um seither neu zugängliche Quellen – in erster Linie Paukbücher -, aber auch Literatur in Form von neuen Verbindungsgeschichten in ihr kleines Büchlein einfliessen zu lassen. Vor allem ersteres hat es erlaubt, nach der Theorie auch die Praxis zu beleuchten, sprich der Antworten auf die Frage zu erhalten, wie es wirklich um das Fechten der Freischlagenden stand.
Bei ihren Arbeiten stiessen die Autoren aber auch altbekannte Probleme: unvollständige oder gar nicht vorhandene Mitgliederverzeichnisse bei den freischlagenden Korporationen. Dadurch war es nicht immer möglich, den Nachweis zu erbringen, ob nun dieser oder jener Beleger bei einer schlagenden Verbindung nicht auch Mitglied einer freischlagenden Verbindung war. So fehlen in vielen Paukbüchern diesbezügliche Angaben zu Belegern. Entstanden ist ein äusserst informatives Büchlein. Dazu gehören bereits die Ausführung zur Definition der Freischlagenden, aber auch die Erklärungen zur Fechtweise im Gang durch die Jahrzehnte. Eingang gefunden haben auch die jüngsten Entwicklungen. Dazu gehört etwa, dass einzelnen Freischlagenden auch innerhalb des – pflichtschlagenden – Schweizerischen Waffenrings gestattet wird, Bestimmungsmensuren zu fechten. Vor allem aber das Wiederauferstehen des Convents Freischlagender Corporationen (CFC) – wenn zum Teil auch mit mitgliederschwachen oder gar suspendierten Korporationen alimentiert – führte dazu, dass Schweizer Freischlagende im Rahmen des Freiburger Waffenrings im Breisgau zu Bestimmungspartien kamen.
Das Büchlein, das in der Reihe der Documenta et Comentarii erschienen ist, ist schön und sorgfältig gestaltet. Neben Abrissen zur Entwicklung der Freischlagenden in den einzelnen Hochschulorten sind auch die betreffenden Korporationen und ihre Geschichte kurz aufgeführt. Da Peter Platzer auch den Helveticus erarbeitet hat – und jetzt ebenfalls an der Neuauflage ist -, verzichtete er in diesem Werk auf die allgemeinen Informationen zu den unterschiedlichen Verbindungen. Diese werden wieder im Helveticus ausgeführt werden. Gefällig ist auch die sparsame Bebilderung mit Couleurkarten sowie Fotografien verschiedener Partien. Und sehr instruktiv ist auch die nachgeführte Zirkelliste. Diese ist gegenüber der Erstauflage mit 48 nun auf 64 Zirkel angewachsen. Alles in allem ist diese Darstellung ein Muss für alle, die sich für das studentische Fechten in der Schweiz interessieren.

Peter Platzer, Thomas Keller, Darstellung der freischlagenden Verbindungen der Schweiz, Documenta et Commentarii Nr. 36, Bern 2022. Das Heft kann über praesident [at] svst [dot] ch bestellt werden. Es kostet für Mitglieder 15 Franken, für Nichtmitglieder 20 Franken, jeweils zuzüglich Verpackung und Versandkosten.

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